Zwei Entwicklungen prägten im März die Lage an den Finanzmärkten: Im Sog des COVID-19-bedingten Wachstumsschocks und des Ölpreiseinbruchs ging es auf breiter Front stark bergab. Die Volatilität schnellte auf Rekordwerte hoch, die Aktienmärkte gingen auf Talfahrt, und die Credit Spreads kletterten auf ein Zehn-Jahres-Hoch. In diesem Beitrag möchten wir Sie darüber informieren, wie sich die börsennotierten Aktien- und Anleihefonds von Triodos Investment Management (Triodos IM) in letzter Zeit entwickelt haben und welche Anlagepolitik die Triodos IM Manager in den kommenden Wochen verfolgen werden. 

Die rasante Verbreitung des COVID-19-Virus, die einschneidenden Maßnahmen zur Eindämmung des Virus und der Sinkflug der Ölpreise haben die globalen Wachstumsaussichten deutlich eingetrübt. Die Analysten werden ihre Ergebnisprognosen erheblich nach unten korrigieren müssen, da viele Unternehmen ihre Finanzprognosen zurückziehen, Dividendenausschüttungen verschieben oder ganz streichen und Aktienrückkäufe auf Eis legen. Zunächst brachen die globalen Aktienmärkte ein. Doch nachdem rund um den Globus geld- und konjunkturpolitische Hilfspakete beispiellosen Umfangs geschnürt worden waren, tendierten sie schon bald wieder nach oben. Die Primärmärkte für Anleihen kamen über fast zwei Wochen zum Erliegen. Inzwischen sehen wir aber wieder eine gewisse Emissionsaktivität. Nach einem anfänglichen deutlichen Rückgang bewegen sich die Renditen von jenen Anleihen, die als sichere Häfen gelten, nun wieder nach oben.

Betrachtet man das spätzyklische Stadium der Weltwirtschaft vor Ausbruch der Pandemie, die rückläufige Gewinndynamik und dadurch bedingte hohe Zahl an Abwärtskorrekturen bei den Ergebnisprognosen sowie die überhöhten Bewertungen an den Aktienmärkten wird klar, dass eine Marktkorrektur nur eine Frage der Zeit war. COVID-19 und der Konflikt zwischen der OPEC und Russland um den Ölpreis wirkten in dieser Konstellation lediglich als Auslöser. Momentan lässt sich kaum absehen, wie tief der Schock sitzt oder wie lange die Störungen der Wirtschaft andauern könnten. Auf kurze Sicht dürfte die Volatilität daher hoch bleiben. Auch wann die Märkte die Talsohle erreichen, lässt sich derzeit kaum vorhersagen.

Ausblick

Alle bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie wirken sich schon jetzt auf die Verbraucherausgaben und die Wertschöpfungsketten der Hersteller und damit auch auf die Liquiditätsversorgung/Geldzirkulation im System aus. Wir rechnen damit, dass sich das globale Wachstum weiter abschwächt. Nachdem sich die Anleger anfänglich vor allem mit der wachstumsbremsenden Wirkung von COVID-19 beschäftigt hatten, werden sie sich nun verstärkt der Bilanzqualität – in anderen Worten: der Resilienz – der Unternehmen zuwenden.

An den Anleihemärkten haben die Maßnahmen der EZB gut angeschlagen. Dennoch geben sich die meisten Marktteilnehmer nach wie vor risikoscheu und betätigen sich kaum am Sekundärmarkt. Gleichwohl verzeichnen wir wieder erste Neuemissionen von Unternehmen und anderen Organisationen. Schließlich brauchen sie Liquidität, um ihren Betrieb aufrechtzuerhalten. Unterdessen haben die Kapitalmärkte den plötzlichen Stillstand der Wirtschaft sicherlich noch nicht vollständig verarbeitet. Wir rechnen aber durchaus damit, dass uns das aktuelle niedrige Zinsniveau auch auf längere Sicht begleiten wird und vor dem Hintergrund der sehr niedrigen Inflationserwartungen sogar noch sinken könnte.

Genaueres hierzu finden Sie auch in unserem Konjunkturausblick „Global recession inevitable, but where will it end?“.

Angesichts der sich abzeichnenden weltweiten Rezession halten wir an unserer defensiven Ausrichtung fest. Ob Aktien oder Anleihen – wir setzen ganz auf Qualitätstitel.
William de Vries, Dirctor Impact Equities and Bonds

Anlagepolitik

Welches Ausmaß die Krise letztlich haben wird, ist zwar noch vollkommen ungewiss. Doch an einer weltweiten Rezession werden wir wohl kaum vorbeikommen. Unserem Eindruck nach haben die Finanzmärkte die noch drohenden Negativeffekte bisher nicht vollständig eingepreist. Aufgrund der Rückkopplungsmechanismen im System besteht zudem auch für den Finanzsektor eine Ansteckungsgefahr (z. B. durch Insolvenzen, Wertverluste bei Vermögenswerten), die dann wiederum die Realwirtschaft erfassen könnte. Eine Änderung unserer aktuellen vorsichtigen Assetallokation würde daher in unseren Augen jeder Grundlage entbehren.

Die Ungewissheit wird die Finanzmärkte auch in den kommenden Wochen fest im Griff behalten. Selbstverständlich beobachten wir alle Entwicklungen genau. Sollten sich durch Marktkorrekturen Anlagechancen bieten, werden wir diese nutzen. Im historischen Vergleich sind die Aktienkurse allerdings immer noch nicht günstig. Darum halten wir momentan an unserer defensiven Aktienallokation fest, weil wir so am besten gegen weitere Marktkorrekturen gewappnet sind. Die in den kommenden Wochen anstehenden Konjunkturdaten werden wohl ein überaus trübes Bild zeichnen. Zudem haben die Märkte in jüngster Zeit eine geldpolitische Lockerung in großem Stil eingepreist, und die Frage ist, ob die Notenbanken noch nachlegen können (und sollten). Gegenüber Anleihen bleiben wir weitgehend neutral eingestellt, wobei wir vorzugsweise auf Emittenten des oberen Qualitätsspektrums setzen. Insgesamt legen wir nach wie vor in Unternehmen mit überzeugenden Impact- und Nachhaltigkeitskennzahlen, soliden Bilanzen, starken Führungsmannschaften und hinreichend sicherer Cashflow-Entwicklung an.

Triodos Global Equities Impact Fund und Triodos Pioneer Impact Fund

Mit ihrer Untergewichtung von Aktien und der übergewichteten Liquiditätsposition waren die Aktienportfolios bereits defensiv ausgerichtet. Dadurch erklärt sich auch die überdurchschnittliche Wertentwicklung im Vergleich zum Index (kein Öl- & Gas-Exposure, keine Finanzwerte, relativ große Liquiditätspositionen). Solange die Wachstums- und Ergebnisentwicklung im Dunkeln liegt, werden die Portfolios unverändert auf Qualitätsunternehmen mit finanziell stark ausgestatteten Bilanzen ausgerichtet bleiben.

Triodos Euro Bond Impact Fund

Der Fonds ist defensiv positioniert, was auch seine Outperformance gegenüber der Benchmark erklärt. Die hohe Volatilität der Anleihekurse und die nicht abreißende Flut an schlechten Nachrichten laden nicht gerade zu umfangreichen Umschichtungen im Portfolio ein. Der Fonds wahrt daher eine neutrale Duration und hält an seinen Positionen in Titeln des oberen Qualitätsspektrums von (halb-)staatlichen Emittenten und Unternehmen fest. Die Liquiditätsposition ist nach wie vor relativ umfangreich. So sichert sich der Fonds ein komfortables Liquiditätspolster und damit die Chance, sich an Neuemissionen zu beteiligen.

Triodos Impact Mixed-Fonds

Aktien sind in den Fonds nach wie vor untergewichtet, in Bezug auf Anleihen gilt weiterhin eine Untergewichtung bzw. neutrale Haltung. Die Übergewichtung der Cash-Position wird aus Liquiditätsgründen beibehalten. Zudem sichern sich die Fonds so die Chance, in Neuemissionen anzulegen oder die Aktienkomponente durch selektive Zukäufe aufzustocken.