Der Impactbericht der Triodos Bank

Am Ende zählt die Wirkung

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Was zählt am Ende nach einem Geschäftsjahr einer Bank? Die harten Zahlen, Gewinn, Verlust, Bilanzsumme und Kreditvolumen? Ja, das zählt. Aber wir finden, es ist nicht das Wichtigste. Das Wichtigste ist die Wirkung. Denn die geht alle an. Was hat eine Bank mit dem Geld ihrer Kunden finanziert? Welchen Einfluss hatten die Kredite, die die Bank vergeben hat. Wurden damit Kohlekraftwerke finanziert oder Bomben? Oder haben die Kredite etwas Positives für Mensch und Natur bewirkt – indem mit ihnen zum Beispiel erneuerbare Energien ausgeweitet oder Schulen gebaut wurden?

Viele dieser Fragen beantworten konventionelle Banken nicht oder nicht ausreichend. Zwar gibt es seit 2018 eine europäische Richtlinie, die große Konzerne und Banken dazu verpflichtet, auch nichtfinanzielle Aspekte ihres Wirtschaftens zu veröffentlichen, doch im Zentrum von Jahresberichten stehen nach wie vor die harten Zahlen. Es ist zweitrangig, wie die Zahlen zustande gekommen sind.

Anders ist es bei der Triodos Bank. Einmal im Jahr veröffentlichen wir einen Impactbericht zusammen mit dem Geschäftsbericht. Wir zeigen darin anhand unserer unterschiedlichen Geschäftsfelder transparent auf, welche positive Wirkung wir dank des Geldes unserer Kundinnen und Kunden entfalten konnten. Wir stellen sowohl dar, was alle Triodos Kunden gemeinsam erreicht haben, als auch das, was jede Kundin und jeder Kunde durchschnittlich alleine finanziert hat.

Für den Bereich Energie & Klima sieht dies zum Beispiel so aus: Insgesamt haben wir über alle unsere Standorte in Europa hinweg im vergangenen Jahr 410 Projekte finanziert, etwa Wind- oder Solarparks. Mit deren Leistung konnten insgesamt 1,4 Millionen Haushalte mit sauberem Strom versorgt werden. Mit Blick auf die einzelne Triodos Kundin oder den einzelnen Kunden bedeutet dies, sie oder er hat durchschnittlich dafür gesorgt, dass über zwei Haushalte ihren Jahresbedarf an Energie mit Ökostrom decken konnten. Drüber hinaus hat die Triodos Bank 2017 erstmals in ein Batteriespeicher-Projekt und in Verteilernetze investiert. Batteriespeicher werden benötigt, um Netzschwankungen kurzfristig ausgleichen zu können, wodurch die Versorgungssicherheit garantiert werden kann. Verteilernetze sorgen für eine lokale Integration von nachhaltig erzeugtem Strom. Letztere werden künftig nach unseren Überzeugungen einen wesentlichen Anteil an der dezentralen Energieversorgung sowie der smarten Nutzung von Energie spielen – und damit den Strommarkt der Zukunft prägen.

Im Bereich nachhaltige Immobilien sind wir in Deutschland seit 2016 aktiv und haben im gleichen Jahr einen Standort in Berlin eröffnet. Ebenfalls in Berlin ist einer unserer Kreditkunden die Seumestraße 14. Den Bewohnern in der Seumestraße 14 in Berlin ist etwas sehr Besonderes gelungen: Sie haben ihr Mietshaus, das an einen Investor verkauft werden sollte, entprivatisiert und damit immer weiter steigenden Mietpreisen etwas entgegen gesetzt. Insgesamt hat die Triodos Bank Kredite an 660 genossenschaftliche und soziale Wohnungsbauprojekte vergeben. Dadurch konnten 94.000 Menschen mit Wohnraum versorgt werden. Sieben Kundinnen und Kunden haben zusammen den Wohnuraum für einen Menschen finanziert.

Unser Ziel als Nachhaltigkeitsbank ist es nicht nur ökologische, sondern auch soziale Nachhaltigkeit zu finanzieren. Eine der großen Herausforderungen unserer Gesellschaft ist es, Menschen ein Altern in Würde zu ermöglichen. Wir wollen, dass es hilfs- und pflegebedürftigen Menschen gut geht, dass sie ein liebevolles Umfeld erfahren, sich entfalten können, angenommen fühlen und ihnen mit Zeit begegnet wird – all das ist machbar. Wir finanzieren Alten- und Pflegeeinrichtungen, die ihren Bewohnerinnen und Bewohnern in besonderem Maße gerecht werden. 2017 konnten wir europaweit 558 Senioren- und Pflegeheime finanzieren, in denen rund 53.000 Menschen betreut werden. Damit haben unsere Kundinnen und Kunden im Schnitt 28 Pflegetage finanziert. Auf was es uns in diesem Bereich besonders ankommt, erklärt Triodos-Firmenkundenbetreuer Christian Hofmann.

Die drei Sektorbeispiele sind nur einige von wenigen, die zeigen, wie das Geld der Triodos-Kunden 2017 gewirkt hat. In unserem Geschäftsbericht 2017  finden sich noch viele weitere Grafiken. Letztere sind in der Impactberichterstattung aber auch nicht das Maß aller Dinge. Denn auch hier gilt: Zahlen sind nicht das beste Mittel, um Wirkung darzustellen, manchmal sogar das schlechteste.

Wenn der Geschäftszweck einer Bank darin besteht, nachhaltigen Wandel zu bewirken, kann es wesentlich wirkungsvoller sein, ein einziges innovatives neues Unternehmen als Ideengeber für die Entwicklung einer ganz neuen nachhaltigen Branche zu finanzieren als zehn etablierte Unternehmen in einem ausgereiften Wirtschaftszweig. Ähnlich kann auch ein einziges Projekt eine tiefgreifende, einen Wandel auslösende Wirkung auf das Leben einer kleinen Anzahl von Menschen haben, während andere Projekte vielleicht deutlich mehr Menschen erreichen, aber auf eine weitaus oberflächlichere Weise. Daher lässt sich der Wert ihrer relativen Wirkung nicht ausschließlich auf Basis von Zahlen bemessen.

In unserem Impactbericht versuchen wir deshalb Wirkung auf unterschiedliche Weise darzustellen – eben nicht nur anhand von Zahlen, sondern auch mit vielen qualitativen, konkreten Beispielen. Das kann etwa der vegetarische Metzger aus den Niederlanden sein, das Programmkino aus Großbritannien oder der Windpark aus Deutschland. Am Ende zählt für uns der positive Wandel, den wir dank unserer Kundinnen und Kunden konkret erzeugen konnten.

mrn

Foto: Jay Mantri

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